News aus Bolivien


Hier findet ihr meine Erfahrungsberichte aus Cochabamba - von meinem ganz normalen Alltagsleben und den Reisen - vom Packen und der Abreise bis zu meiner Heimkehr...

Und nun gibt es auch Neuigkeiten zu meiner Rundreise durch Argentinien, Chile, Peru und Bolivien im Sommer 2008!
19.09.08 13:54 Te voy a extrañar, Cochabamba!
Da der Feiertag des 14.9. dieses Jahr auf einen Sonntag gefallen ist, wurde er im Prinzip auf den Montag verschoben - also musste keiner in die Arbeit oder Schule und somit haben wir den ganzen Tag daheim verbracht, bzw. bei meinen Grosseltern nebenan. "Transporte" gab es eh noch nicht; erst am Dienstag waren die Strassenverhaeltnisse wieder normal und das hab ich ausgenutzt, um gleich mal in die Stadt zu fahren, zum Friseur. ^^

Da der Dienstag Nicos Geburtstag war (Gott, der ist jetzt schon 17!), hatte ich nicht all zu viel Zeit, weil die ganze Familie zum Tee eingeladen war. Trotzdem hab ich es geschafft, meine beste bolivianische Freundin Kenia zu besuchen. Die hat bloed geschaut, als ich ploetzlich vor der Tuer stand - sie hatte ja keine Ahnung, dass ich in Bolivien, geschweige denn in Cochabamba war. Wir hatten auf jeden Fall einen riesen Spass, ueber die alten Zeiten zu reden...

Am Mittwoch hab ich die meiste Zeit (bis auf den Tee bei meiner Tante Ale - alle Frauen der Ramirez-Familie waren eingeladen) daheim verbracht und unter anderem rote Gruetze zubereitet. Meine Familie liebt diese Nachspeise!
Die gabs dann am Donnerstag zum Mittagessen, zu dem meine ganze Familie gekommen ist. Das typische Freitagsessen wurde fuer mich verschoben - als Abschiedsgeschenk.
Den Vormittag hatte ich damit verbracht, gaaaanz viel einzukaufen - vor allem Geschenke. ;)
Am Nachmittag/Abend war ich mit Kenia und ihrer Cousine noch was trinken, zum Abschied... war echt super lustig, aber Abschiede sind was schlimmes!

Im Moment sitze ich am Flughafen und warte darauf, nach Santa Cruz zu fliegen - von dort gehts nach Buenos Aires, dann Madrid und endlich Muenchen!

14.09.08 23:17 Von Copacabana nach Cocha, meine "Final Destination"!
Als wir von Copacabana nach La Paz weiterfahren wollten, gabs erst mal eine boese Ueberraschung. Es hiess, dass es Blockaden auf der Strecke gibt. Seltsamerweise ist unser Bus aber trotzdem losgefahren und wir haben schnell gemerkt, was der Grund war: Er hat einfach einen alternativen Weg genommen... ueber Feldwege, Flussbetten und Felder. Nach ueber 6 Stunden Fahrtzeit (normal sind knapp 3) waren wir Abends auch endlich in La Paz. Allerdings nicht am Busbahnhof, sondern irgendwo am Stadtrand am Friedhof. Sehr praktisch. Meine Eltern und ich ziehen also los, um ein Taxi zu suchen, das uns ins Zentrum bringt, als wir auch schon von der Touristenpolizei eingesammelt werden, weil der Ort viel zu gefaehrlich ist - wir fallen halt auf mit heller Haut, hellen Haaren und grossem Gepaeck...
Die Polizei setzt uns also in ein Taxi und schreibt sich von dem sogar noch das Kennzeichen und alles auf! Da kann man wohl niemandem vertrauen.

In La Paz haben wir nur die Innenstadt besucht und sonst nichts, weil wir am naechsten Abend schon wieder im Bus sassen nach Uyuni - 12 Stunden Fahrt, die ganze Nacht durch, aber dafuer spart man sich ein Hotelzimmer.
In der Frueh in Uyuni wurden alle sofort von dutzenden Reiseagentur-Vertretern umzingelt, die uns alle Ausfluege auf den Salar de Uyuni (der groesste Salz"see" der Welt - eher eine Salzwueste) verkaufen wollten. Einen Tagesausflug haben wir auch gemacht. In unserem Jeep waren noch ein Daenisches Ehepaar und zwei huebsche Spanier. Unser Fahrer hat uns erst zu einem Eisenbahnfriedhof gebracht, dann sind wir auf den Salar gefahren und haben einen Halt bei der Isla Incahuasi (Insel "Haus der Inka") eingelegt, wo Kakteen wachsen, die locker mal 15m hoch sind. Dort gabs auch Mittagessen. Den ganzen Nachmittag haben wir am Salar verbracht - und mit der Rueckfahrt. Die Strecken dort sind einfach zu enorm. Der Salar hat eine Flaeche von 12.000 km2!

Die folgende Nacht haben wir wieder im Bus verbracht - bloederweise mussten wir dazu auch noch umsteigen, also war die Nacht nicht gerade erholsam. Der erste Bus von Uyuni nach Oruro war alt, hat geklappert und durch die "Strasse", die ein unasphaltierter Weg ist, hat alles vibriert - wie in einem Massagestuhl! ^^ Andere Leute zahlen dafuer tausende Euro... und wir nur 4 Euro fuer 6 Stunden.
Um 4 Uhr morgens sind wir in Oruro dann in einen Bus nach Cochabamba gestiegen und waren nach 2 kurzen, unerklaerlichen Motorausfaellen gegen halb 8 endlich da. Ich hab meine Eltern erst mal ins Hotel gebracht und wir haben alle eine laaaange Dusche genossen.

Am Nachmittag sind meine Eltern alleine losgezogen, um die grosste Christus-Statue der Welt zu sehen (jaaaa, unser Christo ist groesser, als der von Rio!), weil ich mit Fieber im Hotel bleiben musste...

Am Abend hat meine bolivianische Gastmama uns abgeholt und wir sind zu ihr/mir/uns (;)) nach Hause gefahren, wo ich auch meine Gastgeschwister, meine Grosseltern und meinen Gastpapa wieder gesehen habe. So viel hat sich nicht veraendert, nur Kleinigkeiten am Haus, sie haben neue (haessliche) Hunde und die Kinder sind groesser geworden. ;)

Das Treffen war genial und alle waren total begeistert... von mir, meinen Eltern und wie gut ich doch noch spanisch spreche! Und ich seh ja so gut aus - trotz Erkaeltung und verbrannter Nase. *gg*

Die folgenden 2 Tage gab es immer ein grosses Mittagessen - einmal bei mir, einmal bei der Oma nebenan, wie es auch waehrend meiner Zeit hier Freitags und Samstags Tradition war. Die restliche Zeit hab ich damit verbracht, meine Eltern durch die Stadt zu fuehren und sie alles essen zu lassen, was mir wichtig vorkam, wie z.B. Anticucho - gegrilltes Rinderherz (in duennen Scheiben am Spiess, bzw. auf einer Fahrradspeiche, richtig lecker!).

Hier geht in der Stadt grad alles drunter und drueber. Zum einen ist die
Innenstadt gesperrt, weil der 14.9. hier ein grosser Feiertag ist
(Unabhaengigkeit Cochabambas oder so) und seit 2 Tagen eine Parade ist, zu
der jede Schule ne Band oder sonst was schickt... Und zum anderen sind alle
Zufahrtsstrassen zu den groesseren Staedten, wie Santa Cruz gesperrt. Aus
Santa Cruz kommt bloederweise unser Benzin und deswegen werden es jeden Tag
weniger Autos auf den Strassen, oeffentliche Verkehrsmittel gibt es auch
kaum mehr. An den Tankstellen, die irgendwie an Benzin kommen, stehen die
Autos kilometerweit Schlange.

Gestern Abend haben wir meine Eltern dann noch zum Flughafen gebracht. Eigentlich wollten sie von Santa Cruz aus nach Asuncion fliegen, aber da die Strassen zu sind, fahren auch keine Busse und deswegen haben wir noch kurzfristig einen Flug gebucht.

In meiner Gastfamilie belege ich jetzt im Moment das Zimmer meines grossen Bruders Andres, der in La Paz studiert. Jeden Abend schauen wir ne DVD an (ich habe Batman gesehen! Ô.o) und ich versuche irgendwie die politischen Diskusionen zwischen meinen (Gast)Eltern und Grosseltern zu verfolgen, was nicht einfach ist. ;)

Ansonsten hoffen wir nur auf Benzin, weil wir sonst alle nicht mehr aus dem Vorort Tiquipaya rauskommen - und ich ohne Auto schon gar nicht. Ich brauche schliesslich die Busse und Taxis...

Obwohl ich auch hier mit meinen Geschwistern ne Menge Spass hab! =)

08.09.08 01:38 Cuzco und endlich in Bolivien!
Die Reise vom Flughafen in Cuzco zum Hotel war recht amuesant. Die gesamte Innenstadt war wegen Demonstrationen gesperrt und somit musste unser Taxifahrer ein paar Umwege einlegen, um uns wenigstens fast bis zu unserem Hotel zu bringen - 2 Blocks mussten wir noch laufen.

Den ersten Nachmittag haben meine Mama und ich in der Stadt verbracht, sind auf Huegel hochgelaufen, haben in meinem Lieblingsrestaurant von vor 2 1/2 Jahren gegessen... waehrend mein Papa leider krank im Bett lag: Magenprobleme durch das ungewohnte Essen, Kopfschmerzen wegen der Hoehe (Cuzco liegt auf gut 3000m).

Am Tag drauf hat es mich erwischt, aber eher nur den Magen. Fast den ganzen Tag hab ich im Bett verbracht, bis auf einen kurzen Ausflug zu einer Reiseargentur, um unseren Weg nach Bolivien zu planen.

Zum Glueck gings mir nach dem einen Tag mit nur Zwieback und Tee wieder ganz gut, weil am Freitag der Ausflug zu den Inka-Ruinen Machu Picchu anstand. Die Ruinen haben sich nicht gross geaendert in den letzten 2 1/2 Jahren, sie sind immer noch wunderschoen! Richtig imposant... nur der Preis ist inzwischen ein Wucher. Schon damals fand ich 125 Dollar fuer einen Tag (mit Fahrt, Eintritt und Guide) viel, inzwischen zahlt man 180 Dollar pro Person.

Samstag in der Frueh wurden wir dann zu unserer Reise Richtung Lago Titicaca abegeholt. Das war so ein Touri-Trip, wo man auf dem Weg einige Inka-Staetten und Museen sieht, aber fuer uns Kraenkelnde gerade das richtige mit den vielen Pausen.
Am Abend sind wir schliesslich in Puno am Titicacasee angekommen, sind aber nur die eine Nacht geblieben und gleich in der Frueh weitergefahren nach Copacabana, die bolivianische Seite des Sees, der 18 Mal groesser ist als der Bodensee.
Die Bolivianer sagen eh, dass sie die Seite "Titi" haben und die Peruaner die Seite "Caca" - ich stimme ihnen zu! ;)

In Copacabana haben wir gleich eine Bootstour zur Isla del Sol (Sonneninsel) gemietet, weil wir morgen Mittag schon wieder weiterfahren nach La Paz. Viel Zeit hatten wir allgemein nicht; nur gut eine Stunde auf der Insel, weil die Anfahrt recht lang ist. Eigentlich schade fuer meine Eltern - ich hab das letzte Mal auch auf der Insel uebernachtet und es war echt toll. So viele Sterne sieht man nirgends sonst... hier sind einfach keine hellen Staedte in der Naehe.

Jetzt gehen wir noch irgendwo zu Abend Fisch essen. Fischrestaurants gibt es hier natuerlich wie Sand am Meer - oder wie Wasser im Lago Titicaca.

03.09.08 02:15 Und wieder ein Abschied...
Die letzten 2 Tage in Santiago (Freitag und Samstag) hab ich allgemein nicht viel gemacht, sondern die Zeit eher mit dem Ralf, seinen Mitbewohnern und mit Ausruhen verbracht. Nur eine Radeltour zum naechsten Supermarkt war dabei, um sich auf die Party am Freitag Abend vorzubereiten. Ein temporaerer Untermieter (Nacho) wurde verabschiedet und somit sind einige Leute in die WG gekommen, die ihn kannten - oder auch nicht und einfach nur feiern wollten. *g*

Am Samstag waren dann die meisten ziemlich ko und deswegen wurde den ganzen Tag nur gelesen, Tee getrunken und geschlafen - auch mal angenehm, wenn man die Wochen davor jeden Tag unterwegs war. Nur am Abend waren wir zum Einstands-Abendessen in Nachos neuer WG eingeladen. Der kann kochen! Es gab spanische Tortillas, verschiedene Muscheln... unglaublich.

Sonntag musste ich dann um 5h aufstehen, um zum Flughafen zu fahren - echt unmenschlich. Dafuer konnte ich dann bei meinem Gate noch 1 1/2 Stunden schlafen, weil ich viel zu frueh dran war. ;)

In Lima/Peru hab ich dann im Hotel meine Eltern getroffen - nach gewisser Wartezeit, weil ich feststellen musste, dass es ja erst 13h war und noch nicht 14h. Bloede Zeitverschiebung. ^^ Obwohl es Sonntag war, waren einige Staende am Markt und Laeden in der Fussgaengerzone offen. Gerade die typischen Maerkte, auf denen man Obst, Gemuese, Getreide, Fleisch u.s.w. kaufen kann, sind richtig cool. Nur kommt es Touristen meistens recht komisch vor (wenn diese ueberhaupt auf solche Maerkte gehen, was selten passiert), dass das Fleisch ungekuehlt rumhaengt und man auch diverse Innereien wie Magen, Darm, Lunge, Herz, Gehirn, Zunge etc. kaufen kann. Aber das wird wirklich alles gegessen, wie ich ja schon von Argentinien erzaehlt habe.
Ueber dem Markt im 2. Stock (kaum zu finden) waren ein paar kleine Restaurants, wo wir am Montag schliesslich fuer umgerechnet 1,50 Euro mittaggegessen haben - Getraenk inklusive. Also 50 Cent fuer jeden!

Ein paar Busfahrten von unserem Luxus-Viertel ins Zentrum haben wir auch gewagt. Das ist einfach spassig, vor allem wenn man staendig Leute trifft, die mehr als gluecklich sind, uns helfen zu koennen, wenn es darum geht, wo wir aussteigen muessen. Da ist es schon mehr als hilfreich, Spanisch zu koennen.

Heute waren wir noch in einem Museum und danach in einem Einkaufszentrum, weil das Wetter nicht so besonders war. Eigentlich wollte ich ja nach Callao zum Hafen fahren und die beruehmten Fischgerichte Limas probieren, aber naja... dann halt nicht.

Dafuer gehen wir heute Abend noch in ein Chifa-Restaurant. So nennen sich die, die asiatisch-peruanisch kochen - wie auch immer das dann aussieht. Peruanisches Huehnchen auf Basmati-Reis? Oder doch irgendwie exotischer? Schau ma mal! ;)

Morgen gehts zum Flughafen und nach Cuzco. Die letzte Etappe im Flugzeug bis zu meiner Endstation in Bolivien, von wo es dann nach Hause geht.
Das interessante sind nur die Taxipreise: Unser Hotel will uns ein Taxi fuer 20 Dollar, also 60 Soles zum Flughafen vermitteln. Die Taxis, die ich frage sagen alle etwas zwischen 25 und 40 Soles! Das ist echt extrem... bloede Touri-Tarife vom Hotel. Wir werden auf jeden Fall selbst ein Taxi anhalten.

Und das war Lima... die graue Eminenz, wie mein Reisefuehrer sagt! *g*

30.08.08 07:41 Fotooooos!
Einige Fotos sind jetzt auf http://lateinamerika2008.blogspot.com/ . Bin zu faul, die hier auch noch hochzuladen, also einfach links unten auf der Page auf den Link für die Buidln klicken! ;)

29.08.08 02:11 Beim Bruderherz in Santiago! =)
Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen mit Tetu (ich hab gekocht) ist er noch ausgegangen und ich ins Bett... er und Diego waren aber pünktlich um halb 8 in der Früh wieder da, um mich zu verabschieden. ^^

Mit der Anpreisung der Fahrt über die Berge wurde nicht übertrieben. Nach ca. einer halben Stunde waren wir schon zwischen den ersten Hügeln und ab da konnte ich nicht aufhören, Fotos zu schießen - nach gut 2 Stunden war dann mein Kameraakku fast leer. Blöd gelaufen. Ganz oben lag meterhoch (sicher 2m) Schnee und es gab einige Skigebiete, die genauso aussehen, wie bei uns!

Eine Stunde früher als geplant, war ich dann in Santiago und bin deshalb mit der Metro zum Ralf gefahren. Sind am selben Abend noch auf den Cerro Cristóbal (ein Hügel mit einer Statue der Virgen/Jungfrau) raufgefahren um den Sonnenuntergang zu sehen. Sonst sieht man vor lauter Smog gar nichts, aber in der Nacht davor hatte es geregnet, deswegen gings...

Am Abend saßen wir alle im Haus zusammen, eine ziemlich coole und lustige Runde in Ralfs WG. Aber am tollsten ist ja das Haus an sich: Alles bunt bemalt in jeglichen Formen mit Mosaiken aus Fliesen- und Spiegelfragmenten über viele Wände - wow!
Nur hat der Ralf leider nicht übertrieben mit der extremen Kälte. *bibber* Ohne Wärmflasche geh ich hier nicht ins Bett! ;)

Am nächsten Tag sind Ralf und ich gleich nach Valparaíso gefahren, eine Kleinstadt an der Küste, und haben uns bei einer Lettin, die in Passau studiert, die der Ralf aber in Chile kennengelernt hat (:-P), einquartiert. Vom Meer aus geht es in alle Richtungen auf Hügel und alle Häuschen haben andere Farben - sieht genial aus.
Am nächsten Tag sind wir aber schon Mittags wieder gefahren, weil es in Valpo geregnet hat und die Chance bestand, dass es in Santiago besser ist.

Gestern/Mittwoch habe ich erst mal ewig geschlafen und mich am Nachmittag mit einem alten Schulfreund aus Cochabamba, Bolivien, getroffen, der hier Gastronomía studiert. Das war echt interessant, mit ihm über die alten Zeiten zu quatschen - erst bei einem Eiskaffee in einem Einkaufszentrum und dann bei ihm daheim bei einem Glas original-chilenischem Pisco. Ich hatte den bolivianischen Akzent gar nicht mehr so in Erinnerung; und schon gar nicht die typisch-bolivianischen Ausdrücke, die hier keiner kennt.

Nach nur 5 oder 6 Stunden Schlaf hab ich mich heute Früh um 7h aus dem Bett gequält, um einen sehr wichtigen Anruf zu tätigen und eine halbe Stunde später hab ich den Ralf geweckt, weil wir in einen nahegelegenen Nationalpark namens Cajón del Maipo gefahren sind. Ich wollte hier in den Bergen nämlich unbedingt irgendwo reiten gehen und da hat der Ralf spontan beschlossen, mitzufahren. Genial! =)
Dort sind wir erst gut eine Stunde zu ein paar Wasserfällen gewandert und dann hatten wir einen 2-Stunden-Ritt gebucht. Nur der Guía (Guide) Leo, Ralf und ich in den weiten der Berge. Ein paar Kondore (diese riesigen Greifvögel) sind direkt über uns hinweggeschwebt, wir sind durch grüne Landschaften mit Schneeresten geritten und hatten einen wahnsinns Ausblick von einer Klippe auf die schneebedeckten Berge. Increíble!

Der Tag war einfach genial! So eine tolle Landschaft... morgen werde ich wohl Fotos dazu hochladen, freut euch schon mal! =)

24.08.08 00:30 Medozzzzzzzaaaaa...
Als Gabriels Cousin Maxi in der Wohnung aufgetaucht ist, hatte er auch 2 Freunde dabei, von denen ich einen (Black genannt) schon vom Vorabend kannte. Zu Black sind wir dann in die Wohnung gegangen und haben Mittagessen gemacht. Die Jungs koennen echt gut kochen - Wahnsinn! Unter anderem gab es zu der "Milanesa" (= Schnitzel) ein Kartoffel-Kuerbis-Brei dazu. Die Kombi mit Kuerbis ist genial, muss ich auch mal machen...

Danach bin ich mit Maxi zum Terminal de Buses gegangen, um ein Ticket nach Mendoza zu kaufen. Dort habe ich festgestellt, dass die Fahrt 10 Stunden dauert; ich hatte mit viel weniger gerechnet. Deswegen fahren die meisten Busse auch Abends oder Nachts ab, damit man in der Frueh/am Vormittag in Mendoza ist. Nach einem kurzen Anruf bei meinem Couchsurfer in Mendoza hab ich dann beschlossen, doch schon am selben Tag aufzubrechen.

Auf dem Weg durch die Stadt (Maxi ist lange kein so guter Stadtfuehrer, wie Nacho in Rosario... er wusste nach ein paar Minuten nicht mehr, was er mir zeigen koennte, dabei ist Cordoba die 2. groesste Stadt in Argentinien.) hab ich bei sicher 10 verschiedenen Geldautomaten versucht, was abzuheben, aber keiner wollte mir Geld ausspucken. Dabei hatte ich wegen dem Busticket grade mal 8 Pesos oder so uebrig... nicht mal 3 Euro.
Auf den Schock hin, konnte ich die Stadt auch nicht wirklich geniessen und muss gestehen, dass ich von Cordoba auch kaum Fotos habe.

Vorerst wollten wir erst mal auf Gabriel - meinen Couchsurfer - warten, der noch arbeiten musste, aber der wusste dann auch nichts genaues.
Wir haben lange ueberlegt, was wir machen koennten und schliesslich hat mir Maxi 40 Dollar geliehen - mehr hatte er selber nicht.

Am Abend waren wir dann alle zum Asado-Essen bei einem Kumpel der beiden eingeladen, war echt super lustig (und kostenlos, was in meiner Situation auch nicht schlecht war... *g*). War ich da fuer komisches Zeug gegessen habe, das koennt ihr euch nicht vorstellen! Eine Sache nennt sich Chichulin/Chichunin oder so und ist... Darm! Tatsaechlich Rinderdarm. Irgendwie eklige Vorstellung, aber wenn man nicht dran denkt, schmeckts ganz gut. Dann gab es noch etwas, das ich schon von Santa Fe kannte. Den spanischen Namen hab ich vergessen, aber ich hab es im Woerterbuch nachgeschlagen, was das war... nur leider kenne ich auch das deutsche Wort nicht. Was zum Henker ist "Bries"? Sitzt wohl irgendwo im Hals. Vielleicht Schilddruese oder so? Aber wie auch immer - das hat mir gar nicht geschmeckt, nur der Jose ist verrueckt danach! ^^

Nach dem Essen haben mich Gabriel und Maxi zum Bus gebracht, der um 10 vor 12h gefahren ist und um 10h Vormittags in Mendoza sein sollte... ich hab von der Fahrt sicher 9 Stunden geschlafen, so fertig war ich.

Am Busterminal in Mendoza hab ich mich gleich mal informiert, was der Bus nach Santiago de Chile kostet. In meinem Argentinien-Reisefuehrer stand etwas von 20 Dollar, allerdings kostet der 33 Dollar, also 100 Pesos! 120 Pesos (= 40 Dollar) hatte ich... dann noch ein Anruf bei meinem Couchsurfer German/Tetu und das Taxi zur Wohnung und schon hatte ich nur noch 10 Pesos uebrig. Sehr toll... 3 Euro fuer 2 Tage in Mendoza.

Tetu hatte noch geschlafen, als ich angerufen hab. Die Nacht davor war irgendeine Party und er war erst um 8h im Bett. Deswegen haben wir auch nur kurz gefruehstueckt und dann hat er mir den Schluessel gegeben, ich bin durch die Stadt gezogen und er hat weitergepennt. *g*

Auch in Mendoza habe ich nun diverse Bankautomaten probiert, ging nicht. Dann geh ich in eine Bank rein, warte eine halbe Ewigkeit, um zum Schalter zu kommen und dann heisst es, dass ich mit einer deutschen Karte zu einer Citybank oder Banco Frances muss. Bis ich eine gefunden hatte, hatte die schon zu, weil die Banken hier um 1h Feierabend machen. Toll. Also wieder kein Geld.

Ich bin dann noch ein bisschen planlos durch die Innenstadt gelaufen und war so gegen halb 5h am Nachmittag wieder in der Wohnung. Tetu hat immer noch geschlafen, obwohl er eigentlich um 4h arbeiten wollte, also hab ich ihn geweckt. War aber nicht so schlimm - er ist selbststaendig und somit kann er sich das alles selbst einteilen.
Auf die Frage, ob ich Mittaggegessen hab, musste ich ihm wohl oder uebel erzaehlen, dass ich total pleite bin. Das fand er ueberaus lustig - eine Deutsche in Argentinien, die kein Geld hat! Dann hat er mir 10 Pesos in die Hand gedrueckt und gesagt, ich soll was essen gehen. ^^

Also bin ich wieder ein paar Stunden durch die Stadt gelaufen. Mendoza ist um einiges schoener, als Cordoba. Es gibt hier richtig schoene Haeuser, aber nicht so, wie in Rosario, wo an jeder Ecke ein grosses, beeindruckendes historisches Gebaeude (inzwischen Schulen, Behoerden...) steht, sondern eher kleine Eigentumshaeuschen, die richtig schnuckelig sind.

Die Plaza Independencia (im Prinzip der Hauptplatz) ist auch genial, obwohl mir erzaehlt wurde, dass ich mich da nicht rumtreiben sollte wegen Taschendieben und so, aber ich kann doch bei einer Stadtbesichtigung nicht das Zentrum auslassen?! Da ist zum Beispiel ein riesiger Brunnen mit Fontaenen und sonst was in der Mitte - muss man gesehen haben. Und direkt an der Plaza ist auch ein Museum der modernen Kunst, zum Glueck kostenlos, weil sonst haette ich nicht reingehen koennen. ;) Moderne Kunst ist mir irgendwie suspekt... ziemlich abstrakt. Hab von ein paar Gemaelden Fotos geschossen - muss ich euch dann zeigen!

So gegen 9h bin ich in die Wohnung zurueck und bin nach einer Dusche und einem Tee gleich auf dem Sofa eingepennt... bis um 11h Tetu Heimgekommen ist. Er hatte was zum Essen mitgebracht. *g* Echt suess.
Und dann gings in einen Irish Pub (man bedenke: Es war schon 12h!), wo wir einige Leute, unter anderem Tetus besten Freund Diego getroffen haben, der fuer fast 5 Monate geschaeftlich in den USA war.
An dem Abend hat mir Tetu 100 Pesos gegeben, weil er es ja nicht verantworten kann, wenn ich ohne Geld unterwegs bin. Also muss ich bei 2 Leuten schauen, wie die wieder zu ihrer Kohle kommen... Auslandsueberweisungen sind so teuer. :-/

Um 1h wurde das Olympia-Fussballspiel Nigeria-Argentinien uebertragen und durch den 1:0 Sieg war die Stimmung natuerlich super! Unsere Gruppe von 6 Personen oder so war dann noch eine der letzten im Pub. Als die Tueren schon geschlossen waren und die Stuehle auf den Tischen standen, haben wir noch getanzt, Fotos geschossen (ich hab ganze Serien von dem Abend! ^^) und die anderen haben getrunken... ich hab irgendwann aufgegeben. Widerliches Zeug, was die da in sich reinschuetten (nennt sich Fernet oder so... erinnert mich an Gurktaler). xD

Irendwann zwischen 7 und 8 hab ich dann drauf bestanden, dass wirs packen. Ich halt einfach nicht so lange durch, keine Chance.
Da Diego auch bei uns gepennt hat und etwa gleichzeitig mit mir um 14h aufgestanden ist (ich hatte schon Angst, dass ich bis zum Sonnenuntergang schlafe...), sind wir noch Fruehstuecken/Mittagessen gegangen und dann hat er mich zu einem Park am anderen Ende der Stadt gefahren, den ich unbedingt sehen wollte. War echt schoen - mit einem See, wo ein Ruderclub trainiert und so.
Von dort bin ich dann zu Fuss wieder in die Innenstadt gegangen, wo ich jetzt im Internetcafe sitze und es langsam wieder in die Wohnung packe, weil ich den Schluessel habe und Tetu ohne mich nicht rein kommt - falls er die Wohnung schon verlassen hat! *g*

Aussichten: Morgen Frueh um 9h faehrt mein Bus nach Santiago de Chile! Der Weg durch die Berge soll unglaublich schoen sein, deswegen fahr ich tagsueber und habe mir einen Fensterplatz gesichert! ;)

Also, chau y un beso! =)

21.08.08 17:24 Oesterreich schlaegt Deutschland 3:2! Oder steht es doch 5:0?
Zum Mittagessen gab es sogar in einer Maedchen-Studenten-WG Fleisch! Ich bin ueberwaeltigt... Aber sie haben gesagt, dass ihnen Fleisch sonst zu teuer ist; Maris Tante hatte das gekauft.
Allerdings muss ich sagen, dass ich von dem beruehmten Argentinischen Steak noch nicht ueberzeugt bin! Ich weiss ja nicht, was die mit ihren Rindern machen, aber das Fleisch ist immer recht zaeh. An den Enzo kommen sie trotz der langen Tradition nicht ran! ;)

Nach dem Essen haben mir Mari und Meli einige argentinische Lieder vorgespielt und Meli hat mir ein paar traditionelle Taenze dazu gezeigt. Teilweise sind die den bolivianischen Taenzen sehr aehnlich, aber ich bin hier ja auch ziemlich im Norden von Argentinien - im suedlicheren Teil sieht das ganze sicher wieder komplett anders aus.

Dann hab ich mich mit Nacho, Lilis Sohn, getroffen und er ist mit mir stundenlang durch die ganze Stadt gelaufen. Erst waren wir an der Costañera, also am Fluss und sind den entlang gelaufen - von dort war es dann auch nicht mehr weit zum Monumento de la Bandera, dem Monument der argentinischen Flagge. Und als wir dann auch noch eine Runde durch den Parque de la Independencia (Unabhaengigkeitspark) gedreht hatten, hat er mich ueber einen groesseren Umweg wieder zu der Hauptstrasse gebracht. Da war es schon dunkel und ich hatte ein total schlechtes Gewissen, dass er fuer mich seinen ganzen Nachmittag geopfert hatte...

Zurueck in der Wohnung hab ich aber doch nicht gekocht, weil nichts da war zum kochen und zum einkaufen war es schon zu spaet, aber es gab noch Reste von... tja, was war das? War irgendwie so aehnlich wie Quiche oder so... aber sehr lecker!

Weil wir dann noch einen Film gesehen haben, wurde es mal wieder spaeter und wir waren erst um 2h im Bett, allerdings hatte ich die Naechte davor ja auch kaum geschlafen, deswegen habe ich beschlossen, den Vormittag nichts mehr in Rosario zu unternehmen (ich haette eh nicht gewusst, was...), sondern mal wieder auszuschlafen. Mittags war ich mit Mari und Meli noch in einem Supermarkt, der ziemlich an WalMart erinnert - es gibt einfach alles!
Dort hab ich mich auch mit Taschentuechern eingedeckt, weil ich irgendwie leicht erkaeltet bin. Mama, Papa: Ich hab mich getaeuscht! Es ist kaelter als erwartet und ich denke, dass ich in Cuzco und La Paz auf ueber 3000m eingehe ohne meinen Mantel... kriegt ihr den irgendwie in euerm Gepaeck unter? Oder soll ich mir dann einfach einen Neuen kaufen?

Nun gut, auf jeden Fall ging es dann kurz spaeter zum Busterminal, der nur 3 Blocks von Melis Wohnung entfernt ist, deswegen sind die Maedels mitgekommen. Nachdem der Bus auch mit 20 Minuten Verspaetung noch nicht da war und laut so einem Mann am Terminal von Blockaden aufgehalten wurde, hab ich schon gedacht, dass ich erst Stunden spaeter los komme, aber zum Glueck konnte ich mein Ticket einfach fuer einen Bus umtauschen, der um 2:30h, also nur eine halbe Stunde spaeter losgefahren ist.

Auf dem Weg zwischen Rosario und Cordoba sind tausende Doerfer und Kleinstaedte... und es kam mir vor, als wuerde dieser bloede Bus in jedem Kaff halten. Also 10 Stopps waren es unuebertrieben mindestens! Das naechste Mal frag ich davor, weil die Reise haette statt 6 1/2 Stunden auch nur 4 oder 4 1/2 dauern koennen.

Vom Terminal in Cordoba bin ich dann doch mit einem Taxi zu Gabriel (meinem Couchsurferhost) gefahren, weil er mir am Telefon gesagt hat, dass er ein paar Freunde erwartet und deswegen nicht weg kann. Fuenf seiner Freunde sind dann auch gekommen, als ich da war. Die sind alle echt nett, wir haben geredet, Empanadas (Teigtaschen) zum Abendessen bestellt und im Kiosk unten Bier gekauft... aber ich versteh die Latinos nicht. *g* Ich schlaf viel zu gerne, aber die feiern hier bis 3h nachts, obwohl sie am naechsten Tag arbeiten muessen. Das koennte ich nicht! Ich hab jetzt auch relativ lang geschlafen. Frueher ins Bett gehen konnte ich ja nicht, weil ich auf der Couch schlafen musste. ^^
Jetzt ist es Mittag und ich bin immer noch in Gabis Wohnung und warte darauf, dass sein Cousin von einer Reise Heim kommt (die beiden wohnen zusammen). Der will mich naemlich hier durch Cordoba fuehren. Mal schauen, wie das wird. Gestern Nacht konnte ich vom Taxi aus ja nicht so viel sehen.

Aber wenn er noch lange braucht, geh ich schon mal und ruf ihn von unterwegs mal an oder so... ich hab einen Wohnungsschluessel, also ist das kein Problem!

19.08.08 18:50 Bye, bye Buenos Aires - Hallo José!
Nachdem es am Samstag schon relativ spaet war und ich zur Recoleta mit Sicherheit mindestens 2 Stunden haette laufen muessen, habe ich ein Colectivo - also den Bus genommen... Mann, das ist ein Abenteuer bei dem Fahrstil, den die Latinos alle drauf haben.

Im Bus habe ich auch gleich ein junges Paerchen kennengelernt (er Argentinier, sie Mexikanerin), die das gleiche Ziel hatten. Die Recoleta ist ein sehr reiches Viertel - und die wichtigste Sehenswuerdigkeit ein riesiger Friedhof, auf dem alle wichtigen Persoenlichkeiten Argentiniens (Politiker u.s.w.) liegen. Allerdings sind das keine normalen Graeber, sondern extrem schoene monumentale Mausoleen.
Direkt nebenan waren wir auch in der Kirche, aber die hat mich nicht so beeindruckt, wie das Museum ein Haus weiter. Da haengen wirklich geniale Fotos und Gemaelde. In dem einen Raum unter den Werken eines Fotografen waren ganz viele (spanische) Zitate von z.B. Picasso, Goethe, Oscar Wild, James Joyce, Freud, u.s.w. - die fand ich fast noch besser.

Da war es allerdings schon dunkel, aber vor der Tuer war der Markt mit traditionellem Schmuck und Souvernirs noch in vollem Gange. Ein Clown hat mir einen Hund aus so einer Luftballon-Schlange gemacht - womit ich einen kleinen Jungen gluecklich machen konnte.
Und ich hab mich tatsaechlich neu verliebt! ... in Valentino, ein 3 1/2-jaehriger Sohn einer Frau mit einem Stand dort. Mit ihm hab ich ein bisschen gespielt und geredet; wirklich suess!

Danach gings im Colectivo zurueck ins Zentrum und ich hab "Un novio para mi mujer" angeschaut - ein argentinischer Film. Leider reden die auch so, schnell und fuer mich teilweise unverstaendlich. Ich werde nie verstehen, warum alle anderen staendig gelacht haben! :(

Sonntag Frueh bin ich in der U-Bahn zum Terminal de Omnibus gefahren und es ging nach Santa Fe, wo ich schon erwartet wurde. José hat sich kaum veraendert - auch Deutsch versteht er noch. ^^
Sein Haus ist die reinste Baustelle und sie haben einen Schweizer und eine Franzoesin bei sich daheim, deswegen habe ich bei Liliana (Freundin von Joses Mutter Alicia, die auch bei uns in Deutschland war) geschlafen - ihre Tochter (Eugenia, 18) hat mir ihr Bett ueberlassen. Echt lieb...
Sonnag Nachmittag waren wir noch in Paraná, eine Stadt bei einem Fluss - eine wunderschoene Gegend, aber saumaessig kalt ist es hier; haette ich nicht erwartet.

Am Abend waren wir eine riesen Horde bei Liliana daheim - Joses Familie (Alicia, sein Vater, die Schwestern Mechi und Belen, die Franzoesin, Lili, ihr Mann, ihre Tochter, 2 Soehne und die Oma... nur der Schweizer war bloederweise krank). Wir haben Pizza bestellt, noch ewig geredet und um 12 oder so wollte Eugenia noch ausgehen und hat mich davon ueberzeugt, dass ich mit muss. Also gings zu einer Freundin, danach zu ihrem Cousin und dann noch in eine Bar... gegen 6h waren wir dann im Bett.
Gegen Mittag hat mich Alicia wieder abgeholt, weil José ja in Deutschland gesagt hatte, dass er "Asado kochen" kann - letztendlich hat es sein Vater gemacht! ;) Asado ist gar nicht - wie ich dachte - einfach Steak, sondern eine Kollektion von diversem Fleisch auf dem Grill: Eine Art Blutwurst, Chorrizo (eine andere Art Wurst), normales Rinderfleisch, diverse andere Teile vom Rind, Huhn, Schwein... alles!

Als wir uns wieder bewegen konnten, haben wir uns mit Lilis Familie am Fluss getroffen, sind ein bisschen rumgelaufen und haben uns dann ein schoenes Plaetzchen gesucht, um Mate zu trinken. Langsam gewoehn ich mich an das Zeug. ^^
Spaeter sind Josés Eltern mit mir noch ein bisschen durch die Stadt gefahren und haben mir bei Nacht diverse Gebaeude gezeigt - die Schule der Kinder, die Arbeit von Alicia, ... Denn leider war das schon mein letzter Abend mit der Familie.
Die Franzoesin sitzt naemlich grade im Flugzeug nach Frankreich. Joses Eltern haben sie nach Buenos Aires gefahren und die Gelegenheit haben wir ausgenutzt, dass sie mich gleich zu Joses weiterer Schwester Maria in Rosario gebracht haben!
Der Abschied von 2 Familien ist viel fieser, als von einer... so viele liebe Leute, die man erst mal eine halbe Ewigkeit nicht mehr sieht. Gerade mit Eugenia hab ich mich echt super verstanden - wir haben noch die halbe Nacht geredet. Aber beide Familien haben mir versprochen, zu meiner Hochzeit zu kommen... :-P

Hier in Rosario studiert nicht nur Maria, sondern auch Lilis aeltester Sohn, der mit mir heute Nachmittag die Stadt zeigt. Viel Zeit hab ich naemlich auch hier nicht - morgen um 14h faehrt mein Bus nach Cordoba! Mein Couchsurfer holt mich am Abend sogar vom Bus ab. =)

So, jetzt muss ich aber wieder zurueck zu Maris WG (sie wohnt mit einer Freundin zusammen, die auch Medizin studiert - Meli), weil Meli Mittagessen machen wollte. Dafuer koch ich dann heute Abend oder so...

Bis zum naechsten Mal!

16.08.08 21:54 Buenos Aires ich komme!
Nach einem letzten unentbehrlichen Abschiedsessen beim Enzo ging es am Donnerstag mit meiner Mama und Thomas in aller Herrgottsfrueh los zum Flughafen, wo mir diesmal der Abschied um einiges schwerer fiel, als vor drei Jahren, als ich fuer ein ganzes Jahr nach Bolivien abgehauen bin... seltsam.

Der Flug war extrem langwierig; ich war ueber 20 Stunden unterwegs, bis ich in meinem Hostel ankam. Dort bin ich gleich ins Bett gegangen, es war eh schon 10h nachts - nur geschlafen hab ich erst 2 Stunden spaeter, weil mein deutscher Zimmerkollege noch ein Bierchen trinken wollte und da habe ich halt mitgemacht.
Fuer den naechsten Tag hatte ich meinen Wecker auf 9h gestellt, war aber um 8h schon hellwach - warum auch immer. Nach deutscher Zeit war es auch nur 1h mittags und ich habe kein Problem damit noch laenger zu schlafen. ;)

Als erstes nach dem Fruehstueck habe ich mein Busticket nach Santa Fe gekauft, um dem Jose sagen zu koennen, wann ich komme. (Nein - das ist eine Luege... erst habe ich den Thomas angerufen und dann war ich im Busbahnhof!) Danach bin ich den ganzen Weg vom Bahnhof zu meinem Hostel gelaufen. Mit der Subte=U-Bahn habe ich eine viertel Stunde hin gebraucht, zu Fuss ueber einen Umweg zurueck fast 3 Stunden. Den Nachmittag wollte ich dann eigentlich nutzen, um den Hafen anzuschauen, aber auf dem Weg bin ich bei einer kleinen Plaza haengen geblieben, wo "artesania" verkauft wird. Das ist ganz viel selbstgemachter Schmuck und diverse Sachen aus Leder der "Hippies" hier - total schoen! Gekauft habe ich nichts, aber ich hab mich mit ein paar von denen festgequatscht, sodass ich vor Sonnenuntergang nicht zum Hafen und zurueck gekommen waere. Also habe ich meinen Plan geaendert und war in einem aermeren Viertel im Sueden von Buenos Aires namens "La Boca" = "Der Mund".
Am Abend wollte ich mich eigentlich mit 2 von den "Hippies" treffen und was trinken gehen, aber die waren nicht mehr da, als ich zu der Plaza zurueck kam. Allerdings sind da ja auch eine Menge andere Leute und einer (Ariel) ist dann mit mir losgezogen. Er hat mir den Hauptplatz mit den Regierungsgebaeuden gezeigt (bei Nacht wirklich schoen!) und mir viel ueber die Geschichte von Buenos Aires erzaehlt.
Darueber hinaus habe ich noch eine Demonstation der Arbeitslosen live miterlebt. Diesmal war sie friedlich, aber vorsichtshalber standen schon Horden von Polizisten mit Helm, Schild, u.s.w. hinter Zaeunen bereit. Heute habe ich dann erfahren, dass die Zaeune da dauerhaft stehen, weil wohl jeden Tag nachts so eine Demonstration ist.
Dann hat Ariel mich noch auf einen Schluck Wein eingeladen und zum Hostel gebracht, weil es laut ihm zu gefaehrlich ist fuer ein Maedchen alleine... was ich ihm gerne glaube.

Heute bin ich als erstes zu dem Platz mit der Artesania zurueck - zusammen mit einem Iren, der mit in meinem Zimmer schlaeft. Dort habe ich mich noch von allen Hippies, die ich kennen gelernt habe, verabschiedet, hab diesmal Ohrringe gekauft (ich kann einfach nicht widerstehen) und bin von dort weiter zum Hafen ("puerto madero"). Der war ok, aber nichts wirklich besonderes, deswegen bin ich gleich nebenan in die "reserva ecologica" gegangen, so eine Art Park.
Durch die Fussgaengerzone und ueber die Hauptstrasse gings dann wieder zum Hostel, um mit dem Iren Johnny mittagzuessen - sein letztes Ma(h)l (;)) hier, weil heute Abend faehrt er zu den Wasserfaellen "Cataratas de Iguazu" (fotos von mir mit den Cataratas findet ihr im Fotoalbum bei meiner Paraguay-Reise, als ich dort vor ueber 2 Jahren war!).

Jetzt werde ich als letzte Besichtigungstour in Buenos Aires noch die Recoleta besuchen. Ich hab keine Ahnung, was mich erwartet... veremos!

Heute Nacht gehen dann einige aus meinem Hostel (Angestellte und Touris) tanzen... allerdings erst um 1h Nachts, was hier ganz normal ist. Keine Ahnung, wie fit ich dann noch bin und ausserdem muss ich ja morgen frueh raus, um zu meinem Bus zu kommen, also glaube ich, dass ich doch nicht mitgehe.
Alternativ gibt es naemlich einen spanischen Film im Kino, was ich als Sprachtraining durchgehen lassen kann, dann ist es nicht ganz so verwerflich... "Ina in Buenos Aires und hat nichts besseres zu tun, als ins Kino zu gehen!" :-P

So, jetzt mach ich mich aber wirklich langsam auf den Weg, weil es sonst wieder dunkel wird und dann seh ich nichts von der Recoleta.

Bis demnaechst!

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